Der Schrei des Niedergängers

© 😱MMXVII A. N. Edelgranberget

Der Wind weht ihm um die Ohren. Die Sicht ist gut. Aber der rote Bändel dort hinten, schlägt und krümmt sich im Wind. Klatscht manchmal an die Stange, dass es laut klingt. Wie jetzt eben wieder.

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Der Wind zerzaust ihm das Haar. Die Sonne scheint, das Wetter ist gut. Aber die Haare, sie peitscht der Wind. Wie gerade eben, da wehte es ihm eine Strähne in den Mund. So eine Strähne kann ganz schön fitzen, wen(n) sie trifft.

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Der Wind reißt ihm die Gedanken fort. Es sind sowieso keine Schönen. Hinfort mit euch, geht nur – mit dem Wind. Sie werden wohl hinfort getragen, kommen dann aber wie ein boomerang zurück.

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Der Wind schreit ihm zu. Laut und lauter. Saust in den Ohren, säuselt so fein, er will wohl des Mannes Lehrer sein. „Jetzt ist es soweit, breite aus Deine Schwingen – dann schenke ich Dir etwas, ein bisschen von allen Dingen.“

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Der Wind raubt ihm den Atem. Entzieht ihm die Luft. Langsam stürzt der Bussard hinab. Er ist auf der Suche nach Mäusen – oder auf dem Weg in sein Grab. Oder sind die weißen Mäuse schon auf der Suche nach ihm?

Unten stehen Passanten und sehen den Sturz. Es geht so schnell – sie blicken entsetzt, doch ihre Gesichtsausdrücke hinken stets dem Augenblicke hinterher.

Und da ist er auch schon angekommen. Dahause.

*platschbumm*

Der rote Bändel schlägt auf den Asphalt.

Die Haare peitschen den Grund hinaus.

Die Gedanken sind fort. Forte fortissimo.

Der Schrei war schrill und doch so dumpf.

Der Schrei des Bussards, unter Wasser vielleicht.

Die Leute kreischen im Kanon. Gidder nogen?

*quatsch, warum?*

Nur – der Wind kam ja nie an: je näher er kam, desto langsamer wurde er. Immer mehr Bilder, Gedanken und Worte füllten das Hirn. Bruchteile von Sekunden. Dann Minuten. Stunden. Monate. Und: Jahrtausende.

-fin prolongé à l’infini-

Veröffentlicht von Agimar N. Edelgranberget

I am insane.

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