Nekrojokes

© MMXIX A.N.E.

[Ich habe hier mal ein paar Witze meinerseits rund um den Tod wiederentdeckt. Kein besonders lustiger Humor, wie ich finde, aber evtl. sieht das jemand anders anders. Viel Spaß damit. Ich habe ohnehin auch irgendwo noch eine ganze Reihe Scherzfragen und gags die ich evtl. auch mal noch aus dem Ärmel zaubere…]

Viele Menschen fürchten sich vor dem Grab und dass ihr Fleisch von Maden zerfressen soßenartig ihre Knochen herunterläuft. Viele Maden fürchten sich hingegen vor Feuerbestattungen, wenn deren ungeborene Brut wie Popcorn platzt. Man sieht: die Hölle ist nur eine Frage des Blickwinkels. Für den einen ist das Leben die Hölle, für alle anderen der Tod.

Sich begraben zu lassen ist ohnehin völlig beknackt. Ich bin mir sicher, dass vielen gar nicht klar ist, dass der Hintergrund die Wiederauferstehung der Toten ist. Sicher schon mal the walking dead gesehen — warum wollen Sie unbedingt durch einen Kopfschuss ein zweites Mal verenden? Zumal Viele ja schon beim ersten Mal mit dem smart phone wie ein Zombie durch die Gegend liefen. Macht der Gewohnheit?

Beim Beerdigen muss ich immer ans unter den Teppich kehren denken. Das geht auch nur so lange gut. Irgendwann ist zu viel Dreck unterm Teppich und man muss das Grab doch auflösen.

Überhaupt finde ich Beerdigungen ziemlich witzlos. Das ist schade. Gerade der ein oder andere Witz würde die passiv-aggressive Stimmung der ganzen Heulsusen sicherlich auflösen. Wie: Weinen Sie doch nicht gleich, Sie sind auch bald an der Reihe. Ich meine, man muss ja nicht gleich klatschen, auf Beerdigungen, aber nicht zu lachen ist irgendwie auch oft pietätlos, also nicht gottesfürchtig, für die Jugend von heute. Vor allem, wenn sich der Liebe Gott mal wieder von seiner besonders ulkigen Seite gezeigt hat.

Wie Leute, die an Fettsucht verendet sind und dann auf eine ordentliche Bestattung beharren. Mit XXL-Sarg und so. Dabei müssten die ja eigentlich energetisch bestens zu verwerten sein. In London hat man die Laternen früher auch mit Walfett betrieben.

Oder Jemand, der keinen Führerschein hat und im Straßenverkehr verendet. Oder die ganzen anderen plot-twists, die der Tod so für einen bereit hält. Ich liebe plot-twists. Gestern stand er noch mitten im Leben und dann: plot twist, stand das Leben plötzlich mitten auf ihm. Bzw. kam auf ihm zum Stehen in Form einer Tram. Voll mit Kindergartenkindern, auf Ausflug.

Die Kindergärtnerin wurde als erstes bleich, was soll sie jetzt bloß tun, die Kinder fanden‘s eigentlich zunächst noch ganz spannend — wussten sie doch nicht, dass einen das noch Jahre später komplett völlig aus dem Zusammenhang im Schlaf verfolgen kann. Jedenfalls wurde die Kindergärtnerin bleich, weil es plot-twist, ihr eigener Ehemann war. Und sie noch nichtmal schwanger war. Und schon Mitte dreißig. Und eigentlich endlich mal Pause von den ganzen Teufeln anderer Leute machen wollte. Anderen Leuten ihre Teufelchen zumuten.

À propos Teufel. In Wien gibt es den Bestatter Teufel. Ich wollte eigentlich schon immer mal für den Teufel arbeiten. Das Klientel muss ja eh auch ziemlich leiwand sein, wenn es seine Angehörigen vom Teufel bestatten lässt. Oder sie legen Wert darauf, dass sie garantiert in der Hölle landen. Sie werden lachen, aber der Teufel bietet auch Feuerbestattungen an.

Der Teufel war aber in erster Linie mal Steinmetz, für diejenigen, die sich fragen, wie es dazu kam. Trotzdem stelle ich mir das in den Anfangstagen Hans Teufels genial vor. Hui, wer hat denn diesen schönen Grabstein gemacht? Der Teufel! Nein Spaß beiseite, der war sicher teuer? Nein, es war wirklich der Teufel, aber er wollte nur ein paar Schilling und das obwohl ich im meine Seele anbot.

Vielleicht sollte ich es mal beim Teufel als Comedian versuchen, ich glaube da hätte ich das richtige Publikum. Ich würde bei meiner Eulogie allerdings stets den Tod, niemals den Verstorbenen loben.

Nein, Sterben ist schon was schönes. Stellen Sie sich mal vor, sie müssten ewig Leben. Sie hassen ihren Scheißjob doch jetzt schon. Außerdem würden dann sicher alle anderen auch ewig leben — inklusive der Nachbarn. Seien sie froh, dass es endet. Und gehen Sie zum Teufel, wenn es soweit ist. Entschuldigen Sie die Schleichwerbung. Aber es ist doch immer so, wenn Gott es mal wieder versaut, muss es der Teufel richten.

Mittlerweile türmen sich ja auch auf dem Mt. Everest die Leichen. Die Leute müssen jeden noch so bekloppten Trend mitmachen, auf Gedeih und Verderb. Man kann nur von Glück reden, dass die größten Idioten auch da oben bleiben. Dahinter stecken die schönen Bildchen, Prospekte bzw. die Werbung im Allgemeinen. Die Leute können gar nicht anders, sie müssen. Wohin mit der Leiche? Hach, jetzt bloß nicht kreativ werden. Klar, Halloween steht vor der Tür, aber ich schaue lieber Werbung für Bestatter. Der Grund, warum die meisten als Zombies wieder auferstehen wollen ist in der Tat, dass sie sich bereits als Zombies bestatten ließen.

Manch einer hat ja durchaus Leichen im Keller. Das sind dann all die Leute, die vom Erdboden verschluckt wurden. Viele kommen da ja nicht drüber hinweg, wenn ihre Angehörigen plötzlich ohne sich abzumelden weg sind. Wo werden Sie sein? Sicher irgendwo ein neues Leben angefangen, ohne Bescheid zu geben. Immer die gleichen Muster. Wir wollen Gewissheit! Ach ja? Wie deutlich muss man ihnen gegenüber eigentlich werden? Idioten. Ich hatte mal einen Klienten, der sagte immer weg isch weg. Und der war wirklich behindert.

Leichen im Keller. Da ist ja auch unsere Gesellschaft schuld, dass sie Leichen in der Öffentlichkeit nicht akzeptiert. Als ob Psychopathen keine Bedürfnisse hätten. Ich könnte mir vorstellen, dass deshalb so viele Konservative was gegen LGBTQ haben, weil sie sich fragen, was als nächstes kommt: Pädophile und Serienmörder? Ich kann sie beruhigen, soweit wird es nicht kommen. Zum einen ist vorher die Katholische Kirche Geschichte, zum anderen stehen Psychopathen auf den Reiz der Herausforderung. Die würden dann alle versuchen dem Tod ein Schnippchen zu schlagen, statt der Polizei.

Witze auf Kosten der Kirche sind auch sowas von platt geworden, macht ja jeder. Ich mache keine Witze über die Kirche, weil es lauter Pädos sind, das finde ich auch nicht witzig, da können die ja nichts dafür, sondern weil sie nicht auch zumindest nekrophil sind. Wäre die Katholische Kirche nekrophil, hätte ich kein Problem mit ihr. Stattdessen immer dieser Fokus auf‘s Leben. Die Kirche ist so mit Leben infiziert, nicht mal der Tod fickt ihren stinkenden Kadaver sondern lässt ihn einfach nur verwesen und verrotten.

Für alle die sich fragen, wie das funktionieren soll, vom Tod gefickt zu werden, der muss sich das anatomisch wie beim Hund vorstellen, er fährt einfach seinen Knochen aus. Und es ist kein kleiner Knochen. Eher wie das entsprechende Knöchelchen eines Blauwals. Viele glauben ja, der Sandmann streue einem des Abends Sand in die Augen, aber in Wirklichkeit ist es Staub und dahinter steckt der große Bruder des Sandmännchens. Und der steht auf Bukkake. Besonders wenn die Leute wie tot daliegen. Da steht er voll drauf. Probieren Sie es mal aus und bleiben Sie die Nacht über wach — Sie werden keinen „Sand“ in den Augen haben.

Der Tod ist grundsätzlich schon ein lustiger Zeitgenosse. Wussten Sie z.B., dass er total technikaffin ist? Es gibt so viele Wege zu sterben, aber der Tod interessiert sich trotzdem stetig für Neuerungen am Markt. Jetzt wird es richtig düster und die folgende Pointe sehen sie nicht kommen: Wenn Sie sich das nächste mal fragen, was der Sinn des Lebens ist… Mhhm… da testet einer nur das Sterben durch. Gründlich.

Jeder hasst Tote. Ich liebe sie. Sie halten die Fresse. Sie kaufen nichts, sie rennen nicht blöd überall durch die Gegend, sie sind, und das checken die meisten nicht: Glücklich und zufrieden mit dem was sie haben.

Die Leute sagen „Grüß Gott“ oder „Guten Tag“. Ich sage: „Schönen Tod auch“. Im Grunde ist das sogar netter, die Leute können nur nichts anfangen mit Sachen, die sie nicht kennen.

Sterben kann schon ziemlich beschissen sein. Gerade dafür liebe ich den Tod besonders. Ich hasse Menschen.

Treffen sich zwei Tote, sagt der eine: nichts. Und dem anderen ist es auch zu blöd.

Treffen sich drei Tote in einem flachen Grab, irgendwo im Wald. Und Papa holt sich einen runter.

Bei den meisten Menschen habe ich wirklich bloß das Gefühl, sie ficken nur um des Sterbens willen.

Es ist als ob der Tod in der Grundschule immer gern den Tafeldienst übernommen hat. Tabula rasa war schon immer seins. Mehr Platz für neuen Bullshit.

Treffen sich 1 Million Tote. Man könnte meinen, die feiern ein Fest, richtig? Aber es ist 1943.

Angenommen, das mit dem ganzen Leben nach dem Tod stimmte, dann will ich nicht wissen, wie lange die Leute wegen dem Holocaust anstehen mussten. Das Totenreich konnte die Tore wohl kaum offen stehen lassen, das wäre in jedem Fall regelwidrig…

Das wird bestimmt ohnehin wieder wie in Deutschland gelaufen sein: So, jetzt ziehen sie sich erst einmal eine Nummer bis wir ihren Antrag auf ein Leben im Himmel prüfen.

Kunden mit der Todesursache „Endlösung“ bitte Warteraum 2.

Überhaupt frage ich mich, wenn man der ganzen Logik folgt, wann im Himmel zum ersten Mal mehr Leute, als auf der Erde unterwegs waren. Demzufolge, und ich weiß, das klingt für den ein oder anderen merkwürdig: welche Relevanz besitzt das Diesseits heute eigentlich noch? Für das Totenreich ist es ja doch nur noch eine kleinere Vorhölle.

Natürlich könnte der ganze Käse mit einem Leben nach dem Tod auch totaler Blödsinn sein, aber das wäre ja schrecklich, denken Sie mal, wie viele Leute dann ihr Leben buchstäblich verschwendet hätten.

Die Leute mögen keine Witze über den Tod, weil sie von ihrer eigenen Sterblichkeit nichts wissen wollen. Aus den Augen, aus dem Sinn. So werden sie völlig unfreiwillig zu Komikern, wenn sie dennoch sterben. Weil es auch nichts bringt, keine Witze über den Tod zu machen.

Der Tod ist nicht bestechlich. Er killt jeden. Das Opfer nimmt er trotzdem. Und killt es auch.

Nein, das wirklich beeindruckende am Tod ist, dass er die „Guten“ auch immer killt. Soviel zu Happy Ends. Ich hasse Happy Ends.

Viele verwechseln den Tod ja mit Gott, weil er so gerecht rüber kommt. Der Tod ist aber überhaupt nicht gerecht — der Punkt ist, Ihre Eltern hatten einfach nur einen Dachschaden.

Wenn ich sage er kommt gerecht rüber, dann nur, weil er alle killt. Das sagt aber noch nichts über das was, wann wo oder wie aus. Der Jackpot ist es natürlich beim Sex vom Tod überrascht zu werden, weniger nett ist es schon bei der Geburt zu sterben. Als frisch gebackene Mutti. Nicht wegen der Mutti, die ist ja selber schuld, aber das Kind hat es dann unverhältnismäßig schwerer. Es macht sich ja dann immer Vorwürfe, weil es sich selbst beschuldigt sobald man ihm die Umstände erläutert. Dabei wollte der Tod dem Kind höchst wahrscheinlich nur einen Gefallen tun. Er ist ja gerne Patenonkel.

Ich finde ja Leute pathetisch, die sich gegen Krebs wehren. Fragen Sie mal jemanden der zum Tode verurteilt wurde, aber nicht weiß wann es soweit ist. Ich halte es für einen Segen zu wissen, woran man sterben wird. Die Unsicherheit ist doch das Schlimmste. Viele besiegen den Krebs auch und bekommen dann erneut Metastasen. Und rennen wieder zur Chemo — so lange bis sie entweder tot, oder wieder im Ungewissen sind. Wenn man‘s mag.

Wenn Sie mich jetzt hassen, weil ich Witze über Krebs mache, seien sie sich versichert, dass der Tod für mich auch keine Ausnahme machen wird. Vielleicht haben Sie ja Glück und ich werde von ’ner Tram überfahren. Wenn ich Glück habe, sind Kinder drin.

Ich mag Selbstmordattentäter. Killen einen Haufen Leute, obwohl es überhaupt keinen Sinn ergibt. Sie könnten sich zwar einfach nur selbst töten, mit irgendeiner Bombe in der Wüste, aber sie möchten unbedingt anderen Leuten den Spaß verderben. Und jetzt kommt der clou: Sie selber bekommen die Pointe ja gar nicht mit, sie können nur darauf bauen, dass die Überlebenden ein Fass aufmachen. Wenn sich niemand dran störte, würde sich auch niemand auf dem Markt in die Luft jagen. Wie kann man nur das Leben witziger als den Tod finden. Das kommt dabei raus.

Falls Ihnen das Lachen im Halse stecken geblieben ist, wünsche ich ihnen einen angenehmen Erstickungstod.

💀🤪😷

Veröffentlicht von Agimar N. Edelgranberget

I am insane.

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