Wie man in den Wald hineinruft…

[Vorweg. Hierbei handelt es sich um eine Hommage. Keine Taten der in der beschriebenen Geschichte dürfen im wahren Leben reproduziert werden. Dies ist keine Anstiftung. Diese Geschichte richtet sich nicht gegen eine oder mehrere Religionen im Allgemeinen, sondern das Patriarchat im Speziellen. 🔞+]


Wie man in den Wald hineinruft, so hallt es zurück. Gut – manchmal des Echos wegen ein bisschen zeitverzögert, aber…

© MMXVII A. N. Edelgranberget


…der Mann sackt zusammen, als ihm der taser von hinten an den Hals geführt wird weil der zu diesem Szenario führende Knopf gedrückt wurde.
Die junge, hübsche Frau an der Ecke gegenüber schließt die obersten Knöpfe ihrer Bluse und lässt ihren Rock wieder bis über die Knie hinabfallen. Dann kommen die anderen dazu und treten auf den Mann ein. Blut läuft ihm aus dem Mund, der Nase, den Ohren. Seine Rippen krachen, eine nach der anderen, und irgendwann wird es noch der Letzten klar, dass der Pfarrer endlich tot ist. Dann lassen Sie von ihm ab.
Aus den Boxen dröhnt Pussy Riots Liebeserklärung an Putin. Die Frauen sitzen auf dem Dachboden in der Stadt, ihrem ‚konspirativen‘ Vereinsheim. An den Wänden Hängen Poster der Konterfeis von Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Brigitte Mohnhaupt, Photos von Aktionen von Femen und ein Sita sings the blues Plakat.
Der Prosecco macht die Runde. Sie haben zu feiern. Meinhof! Femen! Pussy Riot! Alles Frauen die bitter erfahren mussten, was passiert, wenn man sich gegen die auflehnt – friedlich auflehnt – die selber Frieden predigen. Wenn man eine andere Meinung hat, als die die freie Meinungsäußerung predigen. Für wahre Gleichberechtigung! Gegen frauenverachtende Missstände wie Judentum, Christentum und Islam. Gegen dieses menschenverachtende Pack. Die Wölfe im Schafspelz. Für Palästina! Für Kurdistan!

Der rosa Porsche bremst quietschend herunter. Die Zwei Frauen steigen aus, sie haben Sturmhauben auf, selbstgebastelte, wie die von Pussy Riot.
Zwei Produkte der schwäbischen Tötungsgerätewerkstätten werden mechanisch durchgeladen, das Feuer auf die zwei Natovibratoren, die Ordnungshüter eröffnet. Sie zittern am ganzen Leib und zucken ganz lustvoll und schauen irgendwie genauso blöd, wie Männer eben beim Orgasmus so schauen, sacken auch genauso zusammen, aber sie atmen nicht mehr. Klack, Klack, klingt es dumpf als die zwei Türen ins Schloss fallen. Dann wieder dieses quietschen, als der Porsche hinfort braust.
Im Wald sitzen sie, die Frauen und feiern. Sie trinken Bier, sie fürchten sich nicht. Weshalb auch? Jede hat einen alten Strumpf dabei, mit drei löchern drin, zum durchschauen und Luft bekommen.
Da läuft der Pascha, seine Frau mit den Tüten vom Aldi hinterher. Und die Mädchen, auch schon alle mit Hijab, Niqab, Sack und Handschuhen. Und der Pascha, da läuft er und unterhält sich mit Freunden, sie reißen Witze.
Da kommen die drei blauen Burkas angerannt, ziemlich zügig und schlagen und treten einfach auf den armen Mann ein. Seine Freunde kommen ihm sofort zur Hilfe, was bilden die Schlampen sich auch ein. Während der Pascha am Boden liegt und krampft, bückt sich einer der Freunde ganz lustig, als ihm ein kurzes, aber scharfes Messer von einer Burqa aus seinem Bauch gezogen wird. Ein anderer langt sich plötzlich an den Hals, als die Frauen mit Hijab, Niqab, Sack und Handschuhen und Einkaufstüten an den Ort des Blutvergießens stürzen. Sie weinen bitterlich. Was sollte nur aus ihnen werden? Keiner hatte sie doch auf die Freiheit und Selbständigkeit vorbereitet. Learning by doing funktioniert jedoch, sogar bei Männern.

Die drei hellblauen Burkas rufen in hohem Trillerton indem sie die Zunge immer wieder an den Gaumen schlagen, dann rennen sie hinfort.
Die drei Männer sitzen am Tisch, in ihrer Stammkneipe. Ob man sowas schon gehört habe, stellt der erste Mann fest. Das sei ja ohnegleichen, dass man sich als Mann heute nicht mehr sicher fühlen könne, auf der Straße.
Da lachen die beiden anderen Herren Männer. Die Frau müsse ihnen erst noch begegnen. Keine Kraft und nichts im Hirn.
Der erste Mann schaut schockiert. Die Bedienung, die neue Bedienung der sie noch vor zwei Minuten hinterher gepfiffen hatten als sie das Bier gebracht hatte, hatte jetzt plötzlich eine hässliche, grün-blaue Sturmhaube auf.
Die Männer springen auf, doch es ist zu spät: Ratatatatata!, wie man im Schwabenland sagt.
Die Frauen sitzen im Park. Die Sonne scheint. Wolle Rose kaufen? Fragt ein mittelalter Herr in Lederhose und Adlerfeder am Hut. Die Frauen haben Mitleid. Sie kaufen ihm eine Rose ab. Der Vodka macht die Runde, als sie lachen.
Die eine holt eine Spraydose und sprüht ein großes V, nein, es sind wohl doch zwei Finger und eine Zunge dazwischen auf den Beton. Alle lachen. Aus dem Ghettoblaster hallt Lady Bitch Ray.
Der Pimp rennt eilig durch die Gassen, er gab ihnen doch Arbeit, die ihn jetzt hassen! Doch ach! Oh je, er kommt nicht weit, vor ihm ein Rabbi im Frauenkleid. Er kniet am Boden und wird gemartert, sein Kopf mit Holzdildos gewartet. Der Pimp erschrickt, und zieht die Waffe, und schreit noch hastig wie ein Affe, da wird ihm schon die Hose klamm, denn eine Machete zertrennt ihm den Penisstamm. Was ist nur los mit diesen Frauen, das ist ja nicht zum Augen trauen.

„Die Kirche brennt, der Pfaffe rennt, der Rabbi weint: so war’s nit g’meint – und auch der Imam ist handzahm – verdient hat es das Männerpack, jetzt baumeln sie am eig’nen Sack!
Na was? Die friedliche Lösung wollten sie ja nicht. Gewalt gegen Frauen! So lange sie geschluckt haben, war’s lustig gell?“, lacht eine der Frauen, als sie sich die Sturmhaube vom Kopf zieht.
„Zum Glück muss man sich bei den Frauen heute keine Sorgen mehr machen. Die hängen wie alle anderen Deppen nur noch am smartphone. Faschismus ist wieder in, und in der Küche mit dem Kinderwagen, da weiß man ja wenigstens was man bekommt. Mutti und Omi fanden’s ja auch nicht so schlimm. Wie man als Frau nicht auch noch zusätzlich verhüten kann ist doch jedem Manne schleierhaft. Die Verhütung demjenigen zu überlassen, der die Frau damit versklaven kann, ist selbst wenn man das Kinderkriegen zum Ideal erklärt idiotisch!“, schimpft die andere, als sie das Gaspedal durchdrückt.
„Jetzt sind wir ja da!“, lacht die erste wieder, lädt durch und streichelt ihre Argumente.
„Wir sollten ihnen ihre Eicheln abschneiden und uns als Ohrringe anhängen“, sinnierte die zweite.
Die Geschichte endete aber ebenso abrupt, wie sie begonnen hatte. Die geballte männliche Staats- und Kirchenmacht ließ sich all dies nicht gefallen. Mohammednutten wurden an Sprengstoffwesten geschnallt und auf Frauen gejagt – die übrigen für ihr Aufbegehren lebenslang bestraft. Das war den Frauen ein Exempel!
Shit!, Shit! – the Lord’s shit!

Veröffentlicht von Agimar N. Edelgranberget

I am insane.

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