Vom Auschecken

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Hallo. Ich möchte auschecken.

Zimmernummer?

Ja, also. Das Zimmer?

Ja, die Zimmernummer bitte.

Das kleine am Ende vom Gang. Links.

Die 13?

Ja, die.

Minibar?

Ja. Alles.

Pay-TV?

Der Pornokanal, ja.

Ok, Moment.

Wie geht es Ihnen?

Danke, gut — hier ist die Rechnung.

Nein, die Rechnung.

Ja.

Nein.

Mit Karte oder bar?

Ja, wegen der Rechnung…

Genau. Wie möchten Sie zahlen?

Ich habe… Also ich habe nicht… Nein, ich habe ja kein Geld.

Dann können Sie nicht auschecken. Wir bieten Ratenzahlungen an.

Ich… Ich muss aber auschecken. Es ist Zeit.

Wenn Sie aber nicht zahlen können?

Ich halte das Zimmer nicht mehr aus.

Möchten Sie, dass ich die Polizei rufe?

Nein, Keine Polizei. Bitte. Ich will nur das Zimmer loswerden. Ich kann nicht mehr.

Wer nicht zahlt, verlässt das Zimmer nicht.

Aber die vielen Wände! Die kleinen Fenster! Das schlechte Fernsehen! Der Lärm!

Da müssen Sie dann durch. Bis sie Zahlen!

Nun nehmen Sie doch endlich das Zimmer zurück!

Nein. Nein. Das kommt nicht in Frage. Erst wird abgerechnet!

Das Zimmer ist mir schlimmer als der Tod, verstehen Sie denn nicht?

Sie gehen jetzt besser wieder auf Ihr Zimmer. Benehmen Sie sich! Sie müssen zahlen.

Wollen Sie meine Niere?

Ihre Niere? Wir nehmen keine Organe.

Dann muss ich wieder aufs Zimmer.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Aufenthalt.

Danke. Auf Wiedersehen…

Veröffentlicht von Agimar N. Edelgranberget

I am insane.

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